Begriffe aus der Fachwelt

Auf unserer Website finden Sie diverse Fachbezeichnungen und Ausdrücke, die oft nur Fachleute verstehen. Für besseres Verständnis und zur allgemeinen Information bieten wir nachfolgend ein Wiki an, welches die gängigsten Begrifflichkeiten erklärt. Falls Ihnen weitere noch nicht aufgeführte Fachbegriffe auffallen, können Sie uns gern darüber informieren.

  • Filtrationsgehäuse

    Das Filtrationsgehäuse dient der Aufnahme einer oder mehrerer Membranen sowie der räumlichen Trennung von Feed- und Permeatraum über ein entsprechendes Dichtungssystem.

  • Membranfiltration

    Bei der Membranfiltration werden mittels einer teildurchlässigen Struktur (Membran) gelöste oder suspendierte Stoffe aus einer Vorlagelösung abgetrennt. Die Triebkraft für diesen Prozess bildet meist eine Druckdifferenz. Je nach Membranmaterial und Membranstruktur werden Stoffe anhand ihrer Molekülgröße bzw. molaren Masse zurückgehalten. Die in den Prozess ein- und austretenden Stoffströme werden als Feed, Permeat und Retentat bezeichnet. 

  • Feed

    Bezeichnet die aufzubereitende Ausgangslösung, die dem Filtrationsgehäuse / der Membran zugeführt wird um einer Stofftrennung über Membranen unterzogen zu werden.

  • Permeat

    Teilstrom des Feeds der die Membran durchdringt (Filtrat)

  • Retentat

    Teilstrom des Feeds der von der Membran zurückgehalten wird

  • R&I-Fließbilder

    Rohrleitungs- und Instrumentenfließbilder verdeutlichen symbolhaft den Aufbau einer Anlage und das Zusammenwirken verschiedener Anlagenkomponenten. Wichtige dargestellte Komponenten sind z.B. Pumpen, Behälter, Wärmeübertrager, Sensoren oder Rohrleitungen.

  • HAZOP-Verfahren

    Bei der HAZOP (engl. Hazard and Operability) handelt es sich um die Gefahrenanalyse einer Anlage, die meist durch mehrere Parteien (Auftraggeber, Anlagenbauer, benannte Stelle) durchgeführt wird. Diese Analyse erfolgt in einer frühen Phase der Anlagenplanung, so dass identifizierte Gefahrenpotentiale noch durch entsprechende technische Maßnahmen minimiert oder eliminiert werden können.

  • Membranfiltrationsanlage

    Eine Membranfiltrationsanlage umfasst die gesamte Peripherie, die zur technischen Umsetzung eines Filtrationsprozesses notwendig ist. Dies sind z.B. Anlagengestelle, Filtrationsgehäuse, Umwälz- und Druckpumpen, Wärmeübertrager, Sensoren und Aktoren, Analytik, Sicherheitseinrichtungen, Automatisierung, Visualisierung und Steuerung. Weiterhin erlaubt diese Anlage die räumliche Auftrennung der Fluidströme, die je nach Anwendungsfall in Behältern aufgefangen oder über Rohr- und Schlauchleitungen in weitere Prozessstufen geleitet werden können.

  • keramische Metalloxidmembranen

    Anorganische, keramische Metalloxidmembranen zeichnen sich im Vergleich zu Polymermembranen durch eine erhöhte mechanische, chemische und thermische Stabilität aus. Zu den verwendeten Werkstoffen gehören beispielsweise Aluminiumoxid (Al2O3), Siliziumoxid (SiO2), Zirkonoxid (ZrO2) oder Titanoxid (TiO2). Diese Membranen besitzen einen mehrschichtigen Aufbau, der von einem grobporösen Träger bis zur der vergleichsweise sehr dünnen und feinporigen trennaktiven Schicht reicht.

  • GMP - Good Manufacturing Practice

    GMP ist die englische Abkürzung für „Good Manufacturing Practice“, übersetzt ins Deutsche steht dies für „Gute Herstellungspraxis“.
    Prinzipiell sichern GMP-Richtlinien die Qualität von Produktionsabläufen ab, deren Produkte in direkten Kontakt mit Mensch oder Tier kommen und somit besonders überwachungsbedürftig sind. Dies betrifft unter anderem die Produktion von Arzneimitteln, pharmazeutischen Wirkstoffen, Kosmetika, Lebensmitteln oder von Tierfutter.
    Die Umsetzung der europäischen GMP-Richtlinien ist in Deutschland z.B. durch die Arzneimittel- und Wirkstoffherstellungsverordnung geregelt. In den USA werden die Richtlinien unter der Bezeichnung „cGMP“ geführt.

    Für den Anlagenbau bedeutet die Einhaltung von GMP-Standards zum Beispiel, dass bestimmte Vorgaben hinsichtlich Konstruktion, Automatisierung und Dokumentation eingehalten werden müssen.
    Konstruktive Maßnahmen können zum Beispiel dafür sorgen, dass
    - die Entstehung von bakteriellen Biofilmen durch Vermeidung von Toträumen und der Nutzung von geringen Oberflächenrauheiten entgegengewirkt wird
    - eine vollständige Restentleerung der Anlage möglich ist (z.B. durch geneigte Komponenten- und Rohrleitungsgestaltung)
    - eine gute Reinigung der Anlage möglich ist
    - die Produktreinheit auch nach Chargenwechsel/Produktumstellung erhalten bleibt

Filtrationsverfahren

  • Mikrofiltration

    Die Mikrofiltration erlaubt die Abtrennung von Partikel- bzw. Molekülgrößen, die sich im Bereich von 0,1 – 10 Mikrometer (µm) befinden. Das umfasst z.B. suspendierte Partikel, Algen oder Bakterien. Dieses druckgetriebene Membranverfahren benötigt nur relativ geringe Arbeitsdrücke von maximal 3 bar. Anwendung findet dieses Verfahren z.B. in der kommunalen Abwasserbehandlung oder in der Lebensmittelindustrie.

  • Ultrafiltration

    Die Ultrafiltration erlaubt die Abtrennung von Partikel- bzw. Molekülgrößen, die sich im Bereich von 0,01 – 0,1 Mikrometer (µm) befinden. Das umfasst z.B. Makromoleküle oder Viren. Dieses druckgetriebene Membranverfahren benötigt Arbeitsdrücke von bis zu 10 bar. Eingesetzt wird dieses Verfahren z.B. in der Lebensmittelbehandlung, Abwasserbehandlung oder Trinkwasseraufbereitung.

  • Nanofiltration

    Die Nanofiltration erlaubt die Abtrennung von Partikel- bzw. Molekülgrößen, die sich im Bereich von 1 – 10 Nanometern (nm) befinden. Das umfasst z.B. mehrwertige Ionen (Salze) oder Viren. Dieses druckgetriebene Membranverfahren benötigt aufgrund der sehr kleinen Poren bereits Arbeitsdrücke von bis zu 30 bar. Eingesetzt wird dieses Verfahren z.B. zur Teilentsalzung und Schwermetallabtrennung bei Trinkwasser, zur Lösemittelaufbereitung und zur Abtrennung von Textilfarbstoffen aus Prozesswässern. Neben einem rein mechanischen Größenausschluss von Molekülen können hier auch elektrostatische Wechselwirkungen zwischen Membran und Molekül eine Auswirkung auf den Trennerfolg haben.

  • Pervaporation

    Die Pervaporation zeichnet sich dadurch aus, dass das die Membran durchdringende Medium einen Phasenwechsel von flüssig (Feed) zu gasförmig (Permeat) unterliegt. Dies wird durch ein permeatseitig angelegtes Vakuum und einen geringen feedseitigen Überdruck gewährleistet. Anschließend wir das Permeat in einer Kältefalle kondensiert. Die Pervaporation kann z.B. dort eingesetzt werden, wo engsiedende, azeotrope Flüssigkeitsgemische (z.B. Wasser/Ethanol) durch herkömmliche thermische Trennverfahren wie Rektifikation nicht mehr weiter effizient aufgetrennt werden können. Die eingesetzten Membranen sind nicht mehr offenporig, sondern besitzen Porengrößen kleiner als 1 Nanometer (nm). Als anorganische Membranmaterialien kommen u.a. Zeolithe (kristalline Alumosilikate) zum Einsatz.
    Verwandt mit der Pervaporation ist die Dampfpermeation. Hier liegt das Feed aber bereits dampfförmig vor.

Projektbegriffe

  • Elektroprojektierung

    Die Elektroprojektierung ist eine Planungstätigkeit zur Automation komplexer Anlagen und Systeme. In unserem Fall umfasst die Elektroplanung die individuell auf Ihr Projekt zugeschnittene Schaltplanerstellung mittels Elektroplanungssoftware, die Programmierung der SPS und der Visualisierung der Grafischen Benutzeroberfläche.

  • Automatisierung

    Unter Automatisierung versteht man die Ausrüstung einer technischen Anlage unter Verminderung der Notwendigkeit menschlicher Eingriffe zu deren Betrieb. Das reicht von der einfachen Arbeitserleichterung bis hin zur vollen Automatisierung. Wir setzen Ihre Wünsche mit einfacher Relaistechnik bis hin zur speicherprogrammierten Steuerung um.

  • Visualisierung

    Unter der Prozessvisualisierung versteht man die dynamische Darstellung relevanter meist physikalischer Größen an verfahrenstechnischen Anlagen. Von einfachen Anzeigen aus bis hin zum Touchpanel oder Panel-PC, stellen wir für Ihre Aufgabe von den relevanten Prozessgrößen bis hin zur Abbildung des technischen Prozesses ihr System dar.